Mobilitätskonzept für Sportvereine

oder
Wie wichtig ist Aufwärmen?

Übungsleiter*innen, Trainer*innen und die meisten Sportbegeisterten wissen, dass man sich vor der intensiven sportlichen Betätigung aufwärmt. Das bringt Herz und Atmung auf Touren, schont Muskeln und Sehnen vor Überlastung. Was also spricht dagegen, dass man sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu seiner Sportstätte begibt? Vielleicht der böse, selten unwidersprochene, allgegenwärtige, hartnäckig im Inneren festsitzende Schweinehund....? Und was der einem alles einflüstert.....!

Er hat aber auch keine Widersprecher, keineswegs aus den Reihen der Sportfunktionäre, nicht von VereinsVorsitzenden, nicht mal vom Fachbereichsleiter Sport und Gesundheit. Warum sollte nun eigentlich der Schweinehund zum Schweigen gebracht werden? Das hat tatsächlich etwas mit Verkehrsaufkommen zu tun, mit überzogenen Parkplatzforderungen und mit der Sicherheit der Besucher*innen vor Sportzentren.

Wie selbstverständlich fordern die Sportvereine und die großen Sportzentren, dass die Stadtverwaltung - neben der durchaus großzügigen Sportförderung - gefälligst für ausreichend Parkplätze sorgen möge, im Grunde sogar überkompensiert, gar auf Vorrat gebaute Parkplätze (inzwischen gerne auch als ganzes Parkhaus, mehrstöckig, kostenlose Nutzung selbstredend!)

Noch nie hat man von einem Sportverein vernommen, dass seine Mitglieder aufgefordert wurden, ohne Auto oder zumindest in der Fahrgemeinschaft zum Sport treiben zu kommen. Auch hängt nirgends ein Busfahrplan an prominenter Stelle aus. Zugegeben, viele können mit ihrer Handy-App den Bus- und S-Bahn-Fahrplan abfragen, trotzdem wäre es ein sinnvoller Hinweis für Besucher*innen, dass es außer des Autos noch andere Fortbewegungsmöglichkeiten in der Freizeit gibt.

Im Januar wurde der Turnverein 1848 Erlangen beim Bundespräsidenten mit dem goldenen Stern des Sports ausgezeichnet. Dieser Sportverein hat einen Shuttledienst für seine älteren Mitglieder eingerichtet und bringt die sportwilligen Senioren gesammelt zu ihrer Sportstunde. Das ist auch ein nachahmenswertes Beispiel für unsere großen Sportvereine.

Wärmen wir uns also auf für eine neue Ära, mehr Muskelbewegung auf dem Weg zur Sportstätte, Fahrgemeinschaften gründen, ÖPNV nutzen, Grün und Bäume bewahren, Freiflächen wirklich frei halten, um sich darauf aus eigener Muskelkraft bewegen zu können und den Ansporn schaffen, ohne Auto zur Sporthalle zu kommen. Wer seine Umwelt schonen und seine Muskeln trainieren will, fange damit an.