Redebeitrag Dr. Christine Knoß zum Antrag Parkplätze Myliusstraße, TOP10 der Gemeinderatssitzung 28. Juli 2020

Redebeitrag Dr. Christine Knoß zum Antrag Parkplätze Myliusstraße, TOP10 der Gemeinderatssitzung 28. Juli 2020

 

Gibt es wirklich jemanden hier im Raum, der bestreiten möchte, dass die Myliusstraße ständig verstopft ist, Busse zum Stillstand bringt und keinerlei Aufenthaltsqualität besitzt?

 

Wir sprechen von 1500 Bussen, die täglich durch dieses Nadelöhr müssen, im Vergleich zu 11 Parkplätzen. Und nochmals möchte ich explizit darauf hinweisen, dass niemand in unserer Fraktion die 7 Behindertenparkplätze oder Lieferzonen antasten möchte. Wir könnten sie bei Bedarf sogar erweitern.

 

Die LVL bestätigt auch, dass es hier sehr häufig zu Verzögerungen kommt.

 

Nun werden Ärzte genannt, die erreicht werden müssen. Da muss ich feststellen, dass auch im Krankenhaus ambulante Operationen durchgeführt werden. Wo parken die bringenden und holenden Angehörigen? Richtig, im Parkhaus. Und die Wege vom Parkhaus zum Operationssaal sind deutlich weiter als von den Arztpraxen in der Myliusstraße zu den umgebenden Parkhäusern. Da muss man auch feststellen, dass es Ärzte ebenfalls in den Fußgängerzonen gibt, am Bahnhof gibt es auch einen Hautarzt, der auch kleinere Operationen macht, es gibt ein großes Ärztehaus über dem Solitude Parkhaus. Nirgendwo kann man vor der Türe parken.

 

Und es ist ja auch leider so, dass diese 11 Kurzzeitparkplätze nicht exklusiv für Menschen zur Verfügung stehen, die schwer zu Fuß sind. Da muss man natürlich nach Lösungen suchen. Ein kurzes Stehen auf der Lieferzone zum Abladen eines gehbehinderten Menschen sollte doch möglich sein. Und dann das Auto ins nächste Parkhaus bringen. Um das Warten etwas zu erleichtern, würde unsere Fraktion in dem Fall, dass dem Antrag zugestimmt wird, eine Sitzbank am Ärztehaus spenden.

 

Und wenn ein Patient so schwer körperlich eingeschränkt ist, dass er oder sie weder gehen, noch kurze Zeit alleine auf einer Bank sitzen kann, ja, dann braucht man eine dritte Person oder auch einmal ein Taxi.

 

Es jammern auch wie üblich die Einzelhändler, die sinkende Umsätze befürchten. Und schon wieder wundert man sich, wie denn die Einzelhändler in den Fußgängerzonen und sogar dem Breuningerland überleben. Da parkt man nämlich keineswegs vor der Türe. Und welcher unserer 3 Buchhändler musste schließen? Der mit dem größten Parkplatz vor der Türe. Wer lebt noch? Die in den Fußgängerzonen.

 

Wenn keine Parkplätze mehr da sind, wird auch nicht in die Myliusstraße gefahren, um nach eben diesem einzigen freien Parkplatz zu suchen. Diese Beruhigung brauchen wir dringend. Niemand sollte sich Illusionen machen, dass ein Verkehrsplaner, ich verweise auf Top 12, zu einem anderen Ergebnis käme.

 

Und ich möchte auch noch an das unwürdige Spiel erinnern, als es vor mehren Jahren um die Entfernung von damals 12 Parkplätzen in der Schillerstraße ging, um einen Radweg einzurichten. Vermutlich gibt es heute auch niemanden im Raum, der diese wiederhaben möchte.

 

Bitte stimmen Sie dem Antrag zu. Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

 

- Dr. Christine Knoß, 27. Juli 2020 (Antrag vom 11.02.2020)